zurück

Gemeindebrief zum 22. Sonntag im Jahreskreis A 30.08.2020

Mit Jesus leben, das heißt, den lebendigen Gott in meinem Leben Raum geben.

Mit Jesus leben, das heißt, mit Jesus, das annehmen, was das Leben mir bringt.

Freude und Leid, Erfolg und Niederlage, Auferstehung und Kreuz.

Das heißt leben im christlichen Glauben.

Das Evangelium macht uns das neu bewusst.

Ihr Kaplan Pater George
Tel. 02133-977979
Mail: pater.palimattam@dormagen-nord.de

Schwestern und Brüder!

Im September feiern wir die Erstkommunion in allen Pfarreien unserer Gemeinde.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen, liebe Erstkommunionkinder, sagen, dass wir sehr stolz auf Sie alle sind. Sie werden bald Jesus empfangen, dabei treten Sie in eine neue Phase Ihres Lebens ein.

Die ganze Gemeinde Dormagen-Nord freut sich über Sie.

Wir wünschen Ihnen eine schöne und eine gnadenreiche Zeit im kirchlichen Leben und viel Freude an Ihrem ersten Erstkommuniontag mit Ihren Verwandten und Freunden.

1. LESUNG - JER 20,7-9

Lesung aus dem Buch Jeremia:

Du hast mich betört, o Herr, und ich ließ mich betören;
du hast mich gepackt und überwältigt.
Zum Gespött bin ich geworden den ganzen Tag, ein jeder verhöhnt mich.
Ja, sooft ich rede, muss ich schreien,
„Gewalt und Unterdrückung" muss ich rufen.
Denn das Wort des Herrn bringt mir den ganzen Tag nur Hohn und Spott.
Sagte ich aber:
Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen sprechen!,
so brannte in meinem Herzen ein Feuer, eingeschlossen in meinen Gebeinen.

Ich mühte mich, es auszuhalten, vermochte es aber nicht.

Antwortpsalm - PS 63,2-9

Kv: Meine Seele dürstet nach dir, mein Gott. – Kv (GL 420)

Gott, mein Gott bist du, dich suche ich, *
es dürstet nach dir meine Seele.
Nach dir schmachtet mein Fleisch *
wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. – (Kv)

Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, *
zu sehen deine Macht und Herrlichkeit.
Denn deine Huld ist besser als das Leben. *
Meine Lippen werden dich rühmen. – (Kv)

So preise ich dich in meinem Leben, *
in deinem Namen erhebe ich meine Hände.
Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele, *
mein Mund lobt dich mit jubelnden Lippen. – (Kv)

Ja, du wurdest meine Hilfe, *
ich juble im Schatten deiner Flügel.
Meine Seele hängt an dir, *
fest hält mich deine Rechte. – Kv

2. LESUNG - RÖM 12,1-2

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom.

Ich ermahne euch, Schwestern und Brüder, kraft der Barmherzigkeit Gottes, eure Leiber als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darzubringen – als euren geistigen Gottesdienst.

Und gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene!

RUF VOR DEM EVANGELIUM - EPH 1,17-18

Halleluja. Halleluja.

Der Vater unseres Herrn Jesus Christus erleuchte die Augen unseres Herzens,
damit wir verstehen, zu welcher Hoffnung wir berufen sind.

Halleluja.

EVANGELIUM - MT 16,21-27

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus:

In jener Zeit begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären:
Er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden, getötet und am dritten Tag auferweckt werden.

Da nahm ihn Petrus beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen, und sagte:
Das soll Gott verhüten, Herr!
Das darf nicht mit dir geschehen!

Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus:
Tritt hinter mich, du Satan! Ein Ärgernis bist du mir, denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern:
Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?
Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?
Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommen und dann wird er jedem nach seinen Taten vergelten.

Predigt

Schwestern und Brüder im Glauben!

Im Evangelium, da geht es um die Grundfrage vom letzten Sonntag.
„Wie verstehe ich mich als Mensch? Wie sehe ich Gott?"

Petrus sagte am letzten Sonntag:
„Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!"
In Jesus war Petrus Gott begegnet.
Aus Jesus sprach Gottes Wort.
Viele von uns können mit Freude die Worte des Petrus wiederholen.
Wir haben mit Gott Erfahrungen, die uns glücklich machen, die uns Sinn geben, die uns die Kraft verleihen, unseren Weg des Lebens zu gehen.

Jesus bestätigt das Gottesbild des Petrus.
Jesus bestärkt Petrus in seinem Glauben.
Denn er der Sohn des lebendigen Gottes, Jesus Christus, sagt zu uns Menschen:
„Ich lebe und ihr sollt auch leben!" (Joh 14,19)

Aber, Jesus korrigiert auch das Gottesbild des Petrus. Das hören wir im Evangelium. Jesus verhält sich ganz anders, als Petrus es sich denkt.
Gott verhält sich oft ganz anders, als wir es uns wünschen und denken.

Wir sind Gottes geliebte Töchter und Söhne. Daran ist nicht zu rütteln.
Aber wir können Gott nicht für uns benutzen. Wir können ihn nicht dazu gebrauchen, damit es uns bessergeht, wir uns wohler fühlen.
Gott ist nicht unser Wunsch-Erfüller.
Gott ist ganz anders.
Darum korrigiert Jesus auch das Menschenbild des Petrus.
Wer sein Kreuz auf sich nimmt, sagt ja zu seiner eigenen Gegensätzlichkeit.

Das Kreuz ist ein Bild dafür, dass wir nicht eindeutig sind.
Wir haben in uns nicht nur Liebe, sondern auch Hass und Abneigung.
Wir sind nicht nur diszipliniert, sondern manchmal auch chaotisch und schwach.
Wir sind nicht nur gut, sondern auch manchmal gemein und bösartig, wenn auch nur in Gedanken.
Wir sind nicht nur gesund, wir sind auch krank.
Ich habe nicht nur glänzende Seiten, sondern zu mir gehören auch dunkle Seiten.
Nur wer die Gegensätzlichkeit des Lebens annimmt, wird wahrhaft Mensch.

Kreuz heißt auch:
Annehmen, was täglich mein Leben durchkreuzt.
Freiwerden von der Fixierung, wie ein Leben, mein Leben auszusehen hat.
Das Kreuz befreit mich, in meinen alltäglichen Kämpfen, in den täglichen Konflikten und Brüchen das Bild zu finden, das Gott sich von mir gemacht hat.
Wer sein Kreuz auf sich nimmt, dessen Leben zerbricht nicht, wenn so vieles in ihm und um ihn in die Brüche geht.

Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, er macht es uns vor.

Amen.

Fürbitten

Wir rufen zu Dir, Jesus Christus:

Um Frieden und Gerechtigkeit für alle Völker.

Um Kraft und Stärke für alle Notleidenden und Kranken.

Um Hilfe und neuen Mut für alle, die in Belarus um ihre Zukunft kämpfen.

Um Respekt und Achtung für alle Menschen.

Um dein Erbarmen mit unseren dunklen Seiten.

Um deine Gnade für unsere Verstorbenen.

Mit Dir, unserem Gott, werden wir das Leben gewinnen,
jetzt und hier, und dann in Deiner Ewigkeit.

Amen.

Meditation

Mach etwas aus dir!

Du hast Chancen und Möglichkeiten!
Ergreife sie und mach was draus!
Du kannst gewinnen, wenn du nur willst!

Ja, es gibt viele Chancen und noch mehr Möglichkeiten.
So vieles ist möglich, so vieles könnte ich machen, mein Leben gestalten.
Wo bleibe ich bei all dem selbst?
Heißt Selbstverwirklichung nicht, dass ich zuerst zu mir komme ohne mich in alles Mögliche hinein zu verlieren?
Ich nehme mir Ruhe und Stille, ich schenke mir meine Zeit, die Gott mir gibt, um zu mir und zu Gott zu kommen.
Mögen andere alles Mögliche tun, mögen sie sich in den vielen Dingen verwirklichen.
Ich muss es nicht beweisen, weil ich weiß, dass er mich erlöst hat.

Reinhard Röhrner

Wunsch

Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Sonntag

und dass die neue Woche Ihnen viel Gutes bringt und Sie viel Gutes tun können!

28.08.2020

drucken | zurück

 

powered by webEdition CMS